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Tibetfuchs
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Der Tibetfuchs (Vulpes ferrilata), gelegentlich auch tibetischer Sandfuchs, ist eine Art der Echten FĂŒchse (Vulpini), die in den Steppen- und HalbwĂŒstengebieten im Hochland von Tibet in Höhen von 2500 bis 5200 Metern verbreitet ist. Die Art hat ein dichtes Fell, das oberseits blass grĂ€ulich, agouti- oder sandfarben ist, die Körperseiten sind eisengrau. Er ernĂ€hrt sich vor allem von Pfeifhasen und anderen KleinsĂ€ugern. TibetfĂŒchse sind monogam, die Weibchen bringen meist zwei bis fĂŒnf Jungtiere in einem Erdbau zur Welt.
Gesicherte Angaben zur BestandsgröĂe oder zur Bestandsentwicklung gibt es nicht. Der Tibetfuchs wird in seinem gesamten Verbreitungsgebiet in geringem Umfang wegen seines Pelzes bejagt. Aufgrund des groĂen Verbreitungsgebietes und der derzeit fehlenden ernsthaften GefĂ€hrdungen stuft die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) ihn als ânicht gefĂ€hrdetâ (Least concern) ein.
Contents
âą Merkmale
âą Genetik
âą Lebensweise
⹠ErnÀhrung
âą Fortpflanzung
âą Systematik
âą Belege
âą Literatur
âą Weblinks
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Merkmale
Allgemeine Merkmale
Die Angaben zu KörpermaĂen und -gewichten des Tibetfuchses in der Literatur sind nicht einheitlich. Nach Schaller & Ginsberg (2004) hatten 7 MĂ€nnchen eine Kopf-Rumpf-LĂ€nge von 56 bis 65 cm, im Mittel 58,7 cm, eine SchwanzlĂ€nge von 26 bis 29 cm, im Mittel 27,9 cm und ein Gewicht von 3,8 bis 4,6 kg, im Mittel 4,1 kg. Die entsprechenden Werte von 8 Weibchen waren: Kopf-Rumpf-LĂ€nge 49â61 cm, im Mittel 55,4 cm, SchwanzlĂ€nge 22â26 cm, im Mittel 23,9 cm und Gewicht 3,0â4,1 kg, im Mittel 3,5 kg.cite-ref-schaller-ginsberg-2004-1-0[1] In den chinesischen Provinzen Qinghai und Sichuan in den Jahren 2003 bis 2007 gefangene Tiere waren jedoch 12â25 % gröĂer und schwerer; 13 MĂ€nnchen erreichten im Mittel 67,3 cm Kopf-Rumpf-LĂ€nge und 6 dieser MĂ€nnchen ein Gewicht von im Mittel 4,9 kg, 6 Weibchen hatten eine mittlere Kopf-Rumpf-LĂ€nge von 62,8 cm und wogen im Mittel 3,9 kg.cite-ref-harris-2-0[2] Die SchwanzlĂ€nge entspricht etwa 50 % der KörperlĂ€nge.cite-ref-smith-yan-xie-2009-3-0[3] Ein auf ein Alter von einem Jahr geschĂ€tztes Weibchen maĂ 57,5 cm und hatte ein Gewicht von 3,5 kg.cite-ref-harris-2-1[2] Beide Untersuchungen zeigen jedoch, dass MĂ€nnchen im Mittel deutlich gröĂer und schwerer sind als Weibchen.
Die Art ist gröĂer als der Steppenfuchs, dessen Verbreitungsgebiet sich in Teilen mit dem des Tibetfuchses ĂŒberschneidet,cite-ref-clark-et-al-4-0[4] der Steppenfuchs hat zudem im Vergleich lĂ€ngere Beine und gröĂere Ohren.cite-ref-sillero-zubiri-et-al-5-0[5] Besonders charakteristisch ist das Gesicht, das vor allem durch eine lange, schmale Schnauze gekennzeichnet ist.cite-ref-sillero-zubiri-et-al-5-1[5]
Das dichte, buschige Fell ist oberseits von der Schnauze ĂŒber den Kopf, Nacken und RĂŒcken blass grĂ€ulich, agouti- oder sandfarben, mit einem gelbbraunen LĂ€ngsstreifen auf dem RĂŒcken. Die Wangen und die Körperseiten einschlieĂlich der Beckenregion sind grĂ€ulich. Die Unterseite ist heller bis weiĂ.cite-ref-sillero-zubiri-et-al-5-2[5] Die Vorderbeine sind rotbraun bis gelblich gefĂ€rbt, zwischen den Vorderbeinen und der Kehle befinden sich senkrechte graue bis schwarze Streifen. Der buschige Schwanz ist grau mit rötlich-gelbem Unterfell und einem dunklen Streifen auf der Oberseite, die Schwanzspitze ist weiĂ. Die VioldrĂŒse ist wie bei den meisten anderen Hundearten durch einen dunklen LĂ€ngsstreifen auf dem Schwanzfell gekennzeichnet. Die Ohren haben eine LĂ€nge von 46 bis 70 Millimetern, sie sind innen weiĂ und an der AuĂenseite entsprechend der Farbe des Kopfes gefĂ€rbt.cite-ref-clark-et-al-4-1[4]
Wie andere an kalte Regionen angepasste FĂŒchse, etwa der Steppenfuchs und der Polarfuchs (Alopex lagopus), ist der Tibetfuchs durch die spezifischen Eigenschaften der Haut und des Felles an die KĂ€lte angepasst. Die Hautporen haben einen maximalen Durchmesser von zwei Mikrometern und die Pelzhaare sind durch Lufteinlagerungen besonders gut wĂ€rmedĂ€mmend.cite-ref-clark-et-al-4-2[4]
SchÀdel- und Skelettmerkmale
Der SchÀdel des Tibetfuchses ist langgezogen, Ober- (Maxillare) und Unterkiefer sind sehr schmal. Er hat eine GesamtlÀnge von 149,0 bis 157,8 Millimetern mit einer SchnauzenlÀnge von 70,5 bis 80,7 Millimetern und einer oberen Zahnreihe von 63,5 bis 50,3 Millimeter LÀnge. Der Abstand vom Zwischenkieferbein (Praemaxillare) an der Schnauzenspitze bis zu den hintersten Punkten der Hinterhauptshöcker (CondylobasallÀnge) betrÀgt 132,5 bis 149,0 Millimeter. Im Bereich der Jochbögen hat der SchÀdel eine Breite von 65 bis 85,9, im Bereich der hinteren BackenzÀhne von 37,9 bis 39,9 Millimetern.cite-ref-clark-et-al-4-3[4]
Die Art besitzt drei SchneidezĂ€hne (Incisivi), einen Eckzahn (Caninus), vier VorbackenzĂ€hne (Praemolares) und zwei BackenzĂ€hne (Molares) in einer OberkieferhĂ€lfte und drei SchneidezĂ€hne, einen Eckzahn, vier VorbackenzĂ€hne und drei BackenzĂ€hne in einer UnterkieferhĂ€lfte. Insgesamt besitzen die Tiere 42 ZĂ€hne. Die BackenzĂ€hne sind gut ausgebildet und haben aufgrund der langen Schnauze relativ groĂe AbstĂ€nde voneinander. Die EckzĂ€hne sind im Vergleich zu denen anderer FĂŒchse sehr lang und zugespitzt.cite-ref-clark-et-al-4-4[4]
Wie alle Hunde besitzt auch der Tibetfuchs einen Penisknochen (Baculum); dieser ist 42,2 bis 48,7 Millimeter lang und mit Ausnahme des zur Penisspitze gerichteten Kopfendes lÀngs eingekerbt.cite-ref-clark-et-al-4-5[4]
Genetik
Der Tibetfuchs hat einen einfachen Chromosomensatz (n) von 18 und einen diploiden Chromosomensatz von 2n = 36, er besitzt also insgesamt 36 Chromosomen in jeder Zelle. Dabei sind die Chromosomen 1 bis 15 metazentrisch und die Chromosomen 16 bis 18 submetazentrisch.cite-ref-clark-et-al-4-6[4] 2022 wurde ein fast vollstĂ€ndiges Genom der Art auf Chromosomenebene mit einer GesamtgröĂe von 2,38 Gb erstellt. Dabei wurden 157 Contigs zu 18 Chromosomen mit einer SequenzlĂ€nge von 2.378,42 Mb zusammengesetzt, was 99,95 % der GesamtlĂ€nge entspricht. Insgesamt wurden 21.715 proteinkodierende Gene vorhergesagt, von denen 86,47 % funktionell zugeordnet wurden.cite-ref-lyu-et-al-2022-6-0[6]
Verbreitung und Lebensraum
Der Tibetfuchs lebt in den Steppen- und HalbwĂŒstengebieten im Hochland von Tibet. Sein Verbreitungsgebiet reicht von der Nordgrenze der indischen Provinz Ladakh und dem nördlichen Nepal ĂŒber das gesamte Autonome Gebiet Tibet sowie Teile der angrenzenden chinesischen Provinzen Xinjiang, Qinghai, Gansu, Sichuan und Yunnan. Wahrscheinlich ist die Art auch im nördlichen Bhutan anzutreffen.cite-ref-iucn-7-0[7]cite-ref-clark-et-al-4-7[4]cite-ref-smith-yan-xie-2009-3-1[3]
Der Lebensraum der TibetfĂŒchse liegt in Höhen von 2500 bis 5200 Metern, in China in der Regel oberhalb 3500 Meter. Sie leben in halbtrockenen bis trockenen Steppen- und HalbwĂŒstengebieten, die sich vor allem durch felsige und steinige Berghang- und GraslandflĂ€chen auszeichnen. Die Temperaturen in den LebensrĂ€umen reichen von etwa 30 °C im Sommer bis â40 °C im Winter, wobei die Hauptniederschlagsmenge im Sommer fĂ€llt, bei einer jĂ€hrlichen Niederschlagsmenge von 100 bis 500 Millimetern.cite-ref-clark-et-al-4-8[4]
Lebensweise
TibetfĂŒchse leben und jagen allein oder in Paaren. Sie sind tagaktiv, da ihre Beutetiere ebenfalls am Tag aus ihren Bauen kommen. Die HĂ€ufigkeit ihres Vorkommens hĂ€ngt vor allem von der VerfĂŒgbarkeit von Beutetieren ab. Bei ZĂ€hlungen wurden in der beutetierarmen Region Nordwest-Tibet bei einer Fahrtstrecke von 1848 Kilometern nur fĂŒnf TibetfĂŒchse gesichtet, wĂ€hrend in Qinghai auf 367 Kilometern 15 und in SĂȘrxĂŒ auf einer Strecke von 11 Kilometern sogar 8 FĂŒchse beobachtet werden konnten.cite-ref-sillero-zubiri-et-al-5-3[5]cite-ref-clark-et-al-4-9[4]
Die FĂŒchse bilden oder verteidigen keine Reviere, hĂ€ufig leben mehrere Paare direkt beieinander und nutzen die gleichen Jagdgebiete. Die Kommunikation erfolgt vor allem durch kurzes Bellen ĂŒber kurze Distanzen, eine Kommunikation ĂŒber lĂ€ngere Distanzen ist unbekannt.cite-ref-clark-et-al-4-10[4] Die Fuchsbaue liegen meistens unterhalb von Felsen oder Baumreihen im Grasland mit moderater Steigung, allerdings nicht in stark sonnenexponierter SĂŒdhanglage. Zudem spielt die Vorkommensdichte der Beutetiere und die NĂ€he von Wasserstellen eine Rolle bei der Wahl des Ortes.cite-ref-wang-et-al-2004-8-0[8]cite-ref-sillero-zubiri-et-al-5-4[5] Die Baue haben meist einen Eingang, können jedoch auch mehrere EingĂ€nge haben.cite-ref-wang-wang-2006-9-0[9] Bei Vermessungen von etwa 90 Fuchsbauen wurde festgestellt, dass der Eingangsbereich eine Weite von durchschnittlich 17 Zentimeter und eine Höhe von durchschnittlich 24,9 Zentimeter hat, der erste Tunnel ist durchschnittlich etwa 170 Zentimeter lang.cite-ref-wang-wang-2006-9-1[9]
ErnÀhrung
Hauptbeutetier des Tibetfuchses ist der Schwarzlippige Pfeifhase (Ochotona curzoniae), der regional bis 95 % der Beute ausmachen kann.cite-ref-sillero-zubiri-et-al-5-5[5]cite-ref-smith-yan-xie-2009-3-2[3] Der Pfeifhase stellt eine SchlĂŒsselart im Ăkosystem dar und ist die Hauptbeute fast aller kleineren Raubtiere des Plateaus wie des Tibetfuchses, des Rotfuchses (Vulpes vulpes), des Altaiwiesels (Mustela altaica) und des Manul (Otocolobus manul).cite-ref-smith-1999-10-0[10] Studien zur Verbreitung und Bestandszahl von TibetfĂŒchsen in AbhĂ€ngigkeit zu den BestĂ€nden der Pfeifhasen deuten darauf hin, dass der Tibetfuchs abhĂ€ngig von der PrĂ€senz der Pfeifhasen als Nahrungsquelle ist und in Gegenden, in denen dieser fehlt auch der Tibetfuchs nicht anzutreffen ist. In dieser Untersuchung enthielt etwa 99 % des untersuchten Fuchskots DNA der Pfeifhasen, davon 97 % hauptsĂ€chlich und 73 % ausschlieĂlich Pfeifhasen-DNA.cite-ref-harris-et-al-2014-11-0[11] Regional als Beute bedeutend können zudem der Chinesische Blindmull (Myospalax fontanierii), das Himalaya-Murmeltier (Marmota himalayana) und der Tibetanische Wollhase (Lepus oiostolus) sowie weitere kleine Nagetiere der Gattungen Alticola, Cricetulus und Pitymys sein.cite-ref-clark-et-al-4-11[4] In Qinghai konnten TibetfĂŒchse beobachtet werden, die BraunbĂ€ren (Ursus arctos) bei ihrer Jagd nach Pfeifhasen begleiteten und Individuen fingen, die den BĂ€ren beim Ausgraben entwischten. Dabei hielten sie einen Abstand von mindestens 30 Metern, solang der BĂ€r nicht zu graben begonnen hatte, nĂ€herten sich jedoch bis auf zwei Meter, wenn er nach den Pfeifhasen grub.cite-ref-harris-2-2[2]
Zudem erbeutet der Tibetfuchs eine Reihe kleinerer Vögel wie die Ohrenlerche (Eremophila alpestris), den Adams-Schneesperling (Montifringilla adamsi), das Tibetrebhuhn (Perdix hodgsoniae) und die Höhlenmeise (Pseudopodoces humilis) sowie Echsen, beispielsweise Phrynocephalus theobaldi, und Insekten.cite-ref-clark-et-al-4-12[4] Der Tibetfuchs ernĂ€hrt sich auĂerdem zu geringen Anteilen als Aasfresser von den Beuteresten von Wölfen und BĂ€ren sowie von pflanzlicher Nahrung wie GrĂ€sern und Beeren. Als Aas sind vor allem der Tschiru (Pantholops hodgsonii), das Blauschaf (Pseudois nayaur) und das Himalaya-Moschustier (Moschus leucogaster) bedeutend.cite-ref-clark-et-al-4-13[4]
Bei der Analyse der rĂ€umlichen Ăberlappung zwischen den als Nahrungskonkurrenten zu betrachtenden und sympatrisch vorkommenden Arten Manul und Rotfuchs konnte nachgewiesen werden, dass es zur Konkurrenzvermeidung sowohl rĂ€umliche wie auch zeitliche Unterschiede in der Raumnutzung zwischen den drei Raubtieren gibt. Die Ergebnisse des tĂ€glichen AktivitĂ€tsrhythmus zeigten unter anderem, dass der Manul und der Tibetfuchs tagaktive Verhaltensmuster aufweisen, wĂ€hrend RotfĂŒchse hauptsĂ€chlich nachtaktiv sind.cite-ref-wang-et-al-2022-12-0[12]
Fortpflanzung
Gemeinhin wird die Paarungszeit der monogamen TibetfĂŒchse im spĂ€ten Februar bis MĂ€rz angenommen. Die zwei bis fĂŒnf Welpen kommen demnach nach einer Tragzeit von 50 bis 60 Tagen im Mai in Erdbauen zur Welt.cite-ref-clark-et-al-4-14[4] Bei einer Untersuchung in der Provinz Qinghai wurden jedoch WĂŒrfe im spĂ€ten Januar bis frĂŒhen Februar beobachtet, die Paarung wĂŒrde in diesem Fall im Dezember stattfinden.cite-ref-harris-2-3[2]cite-ref-clark-et-al-4-15[4] Die Jungtiere wiegen bei der Geburt 60 bis 120 Gramm und sind Nestlinge. Sie verlassen die Baue erst nach einigen Wochen, der Zeitpunkt der Entwöhnung ist unbekannt.cite-ref-clark-et-al-4-16[4]
Bei der benannten Untersuchung in Qinghai konnte beobachtet werden, dass die Jungtiere von einem mĂ€nnlichen Fuchs begleitet bereits Anfang Februar den Bau verlieĂen und dieser fĂŒr die Jungtiere Pfeifhasen tötete. Die Jungtiere hatten bis zum Mai bereits 3/4 der KörpergröĂe der Eltern erreicht und nach Anfang Juni den Bau der Eltern verlassen.cite-ref-harris-2-4[2]
Fressfeinde und Parasiten
Vor allem streunende und verwilderte Haushunde sowie Wölfe und verschiedene Greifvögel gehören zu den Fressfeinden des Tibetfuchses.cite-ref-clark-et-al-4-17[4]
Als Parasiten treten vor allem der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) sowie der nahe verwandte Echinococcus shiquicus auf, wobei der Anteil der mit Echinococcus parasitierten FĂŒchse beispielsweise in Sichuan etwa 59 % ausmacht.cite-ref-clark-et-al-4-18[4] Die Larvenstadien der Echinococcus-Arten stammen dabei aus den Beutetieren, vor allem den Pfeifhasen, wobei Echinococcus shiquicus erst 2005/2006 als neue Art aus dem Schwarzlippigen Pfeifhasen und dem Tibetfuchs erstbeschrieben wurde.cite-ref-xiao-et-al-2005-13-0[13]cite-ref-xiao-et-al-2006-14-0[14] Durch Kotproben wurden zudem mehrere parasitische FadenwĂŒrmer beim Tibetfuchs identifiziert, vor allem Uncinaria stenocephala sowie eine noch nicht identifizierte Toxascaris-Art.cite-ref-chen-et-al-2023-15-0[15]
Als Ektoparasiten trÀgt der Tibetfuchs vor allem die beiden Zeckenarten Callopsylla dolabris und Oropsylla silantiewi.cite-ref-clark-et-al-4-19[4]
Systematik
Die wissenschaftliche Erstbeschreibung des Tibetfuchses anhand eines Exemplars aus Lhasa in Tibet stammt von Brian Houghton Hodgson aus dem Jahr 1842. Er beschrieb die Art als Vulpes ferrilatus, ordnete sie also bereits mit der Erstbeschreibung in die heutige Gattung Vulpes ein. Der Artname ferrilatus leitet sich von den lateinischen Worten ferrum fĂŒr Eisen und latum fĂŒr weit oder breit ab und bezieht sich auf die eisengrauen Körperseiten. 1937 wurde die Geschlechtsform von Reginald Innes Pocock auf V. ferrilata korrigiert. 1884 beschrieb Nikolai Michailowitsch Prschewalski einen Fuchs aus dem nördlichen Tibet als Canis eckloni, diese Benennung wurde jedoch als Synonym zu Vulpes ferrilata erkannt.cite-ref-clark-et-al-4-20[4]
Der Tibetfuchs wird heute gemeinsam mit neun weiteren Arten in die Gattung Vulpes eingeordnet. Auf der Basis von morphologischen und molekularbiologischen Daten wurde er von Binninda-Emonds et al. 1999 als Schwesterart des Steppenfuchses (Vulpes corsac) erkannt, beide gemeinsam bilden die Schwestergruppe eines Taxons aus dem Rotfuchs (V. vulpes) und dem RĂŒppellfuchs (V. rueppelli).cite-ref-binninda-emonds-et-al-1999-16-1[16] Durch die Untersuchungen von ZrzavĂœ & ĆiÄĂĄnkovĂĄ 2004 wurde diese Position nicht bestĂ€tigt, demnach wurde der Tibetfuchs basal in der Gattung eingeordnet.cite-ref-zrzav-i-nkov-17-0[17]
Der Tibetfuchs ist monotypisch, es werden also keine Unterarten unterschieden. Fossilfunde der Art sind unbekannt.cite-ref-clark-et-al-4-21[4]
Bedrohung und Schutz
Der Tibetfuchs wird in seinem gesamten Verbreitungsgebiet wie andere FĂŒchse wegen seines Pelzes bejagt, jedoch in geringem Umfang. Die Jagd erfolgt hauptsĂ€chlich mit Fallen, die in der NĂ€he der Baue gestellt werden. Auf diese Weise wurden etwa in SĂȘrxĂŒ im Jahr mehr als 900 FĂŒchse getötet. Die Felle werden hauptsĂ€chlich zur Herstellung von PelzmĂŒtzen verwendet, wobei jedoch das hochwertigere Fell des Rotfuchses den Fellen von Tibet- und Steppenfuchs vorgezogen wird.cite-ref-sillero-zubiri-et-al-5-6[5] Zu den Hauptbedrohungen gehören Regierungsprogramme zur Reduzierung der Pfeifhasenpopulation durch Gift in einem groĂen Teil des Verbreitungsgebietes. Die Vergiftung der FĂŒchse scheint nicht oft vorzukommen. Die Reduzierung oder Ausrottung der Hauptnahrungsquelle wĂŒrde hingegen eine tatsĂ€chliche Bedrohung fĂŒr den Bestand des Tibetfuchses darstellen.cite-ref-iucn-7-1[7]cite-ref-harris-et-al-2014-11-1[11]
In den AnhĂ€ngen der Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora (Washingtoner ArtenschutzĂŒbereinkommen) ist der Tibetfuchs nicht verzeichnet. In China gibt es mehrere Schutzgebiete, in denen der Fuchs lebt und geschĂŒtzt ist, wobei der Schutz dort aber nur unzureichend durchgesetzt wird. Zu diesen Schutzgebieten gehören Arjin Shan (45.000 kmÂČ), Xianza (40.000 kmÂČ), Changthang (ca. 334.000 kmÂČ), Hoh Xil (ca. 45.000 kmÂČ) und das Sanjiangyuan-Naturschutzgebiet (ca. 152.000 kmÂČ). AuĂerhalb der Schutzgebiete ist die Art ungeschĂŒtzt.cite-ref-sillero-zubiri-et-al-5-7[5]cite-ref-iucn-7-2[7]
Gesicherte Angaben zur BestandsgröĂe oder zur Bestandsentwicklung gibt es nicht, eine als sehr grob und unsicher eingestufte SchĂ€tzung im Jahr 1989 ergab einen Weltbestand von etwa 37.000 Tieren. Aufgrund des groĂen Verbreitungsgebietes und derzeit fehlenden ernsthaften GefĂ€hrdungen stuft die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) die Art als ânicht gefĂ€hrdetâ (Least concern) ein.cite-ref-iucn-7-3[7]
Belege
cite-note-schaller-ginsberg-2004-11. â G. B. Schaller & J. R. Ginsberg 2004: Tibetan Fox â Vulpes ferrilata (Hodgson, 1842). In: Sillero-Zubiri, Claudio; Hoffman, Michael; MacDonald, David W. (2004): Canids: Foxes, Wolves, Jackals and Dogs â 2004 Status Survey and Conservation Action Plan. IUCN/SSC Canid Specialist Group, ISBN 2-8317-0786-2: S. 148â151 Online (Memento vom 8. Juli 2006 im Internet Archive) (PDF; 308 kB). (Die von Clark et al. 2008 in Mammalian Species. 821 mit Verweis auf diese Quelle angegebenen Werte sind falsch.)
cite-note-harris-22. â R.B. Harris, Z.H. Wang, J.K. Zhou, Q.X. Liu: Notes on biology of the Tibetan fox (Vulpes ferrilata). In: Canid News. Vol. 11, 2008, S. 1â7 (englisch, canids.org [PDF]).
cite-note-smith-yan-xie-2009-33. â Tibetan Fox. In: Andrew T. Smith, Yan Xie: A Guide to the Mammals of China. Princeton University Press, 2008; S. 421. ISBN 978-0-691-09984-2.
cite-note-clark-et-al-44. â Howard O. Clark, Darren P. Newman, James D. Murdoch, Jack Tseng, Zsenghuan H. Wang, Richard B. Harris: Vulpes ferrilata (Carnivora: Canidae). In: Mammalian Species. Band 821, 2008, S. 1â6 (englisch, Volltext [PDF; 536 kB]).
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Weblinks
Commons
: Tibetfuchs (
Vulpes ferrilata
)
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⹠Vulpes ferrilata in der Roten Liste gefÀhrdeter Arten der IUCN 2023. Eingestellt von: R. Harris, 2014. Abgerufen am 13. Dezember 2023.